Sie ist wohltuend und entspannend – wir alle genießen sie in vollen Zügen: die klassische Massage. Diese Massagetechnik zählt zu den ältesten Heilmethoden der Welt und hat ihre Ursprünge im alten China – genauer in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Später entdeckten die Römer die Massage zur Entspannung und Linderung von Beschwerden für sich. Die klassische Massage, wie wir sie mit ihren typischen Handgriffen heute kennen, wurde jedoch entscheidend vom Schweden Pehr Henrik Link mitentwickelt. Ihm und seinem Institut ist es auch zu verdanken, dass diese Massage in Europa so populär geworden ist.
Hier erfährst Du mehr über die beliebte, effektive und weit verbreitete Massagetechnik, ihre Wirkung, den Ablauf und wann sie als Therapie zur Anwendung kommt.

Was ist eine klassische Massage?
Die klassische Massage oder auch “schwedische Massage” ist eine altbewährte Heilmethode, um vor allem Probleme und Erkrankungen rund um den Bewegungsapparat zu behandeln oder diesen vorzubeugen. Sie ist die wohl bekannteste Form der Massagen, die beispielsweise bei Nackenverspannungen oder Rückenschmerzen im Rahmen einer Physiotherapie zum Einsatz kommt. Dabei übt der Masseur oder die Masseurin mit den Händen Druck- und Zugbewegungen auf die Haut aus und beeinflusst so Störungen in Muskeln, Bindegewebe oder Gelenken positiv. Doch auch die inneren Organe sowie das psychische Wohlbefinden können durch die klassische Rückenmassage gezielt positiv beeinflusst werden, da die Reize auf der Haut ganzheitlich auf den Körper wirken.
Wirkung der klassischen Massage
Mit dem Reiben, Kneten und Drücken bewirkt der Masseur oder die Masseurin bei der klassischen Rückenmassage nicht nur eine bessere Durchblutung der Muskulatur, sondern auch der Haut. So können sich während der Massage Verspannungen in den Muskeln lösen, Gelenke entlastet werden. Glückshormone lassen die Stresshormone und den Stress dahinschmelzen. Atem- und Herzfrequenz sinken, es tritt ein angenehmer Zustand der Entspannung und des gesteigerten Wohlbefindens ein.
Zugleich wird bei der Behandlung der Stoffwechsel angeregt, der Lymphfluss verbessert, sodass Stoffwechselendprodukte besser abtransportiert werden können. Auch wird unter der Massage vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet, wodurch Gelenkschmerzen gelindert werden können. Muskulatur, Bänder und Sehnen werden geschmeidiger und elastischer. So lassen sich muskuläre Ungleichgewichte durch Zunahme der Flexibilität in den Strukturen des Bewegungsapparates besonders leicht wieder ausgleichen, was in der Regel zu einer Linderung von Schmerzen führt.
Nicht zuletzt kann die bekannteste Form der Massage wie auch andere Massagen (z. B. Lomi Lomi Massage, Hot Stone Massage oder Aromaölmassage) auch eine positive Wirkung auf die inneren Organe haben, etwa auf das Herz, die Lunge oder den Magen-Darm-Trakt. Denn die Haut steht über das Nervensystem mit den inneren Organen in Verbindung. Daher können auch stressbedingte organische Störungen (psychosomatische Störungen) wie Reizdarm, Herzbeschwerden oder Bluthochdruck mit einer klassischen Massage behandelt werden.
Anwendung der klassischen Massage
Die klassische Massage verwöhnt Dich nicht nur mit einer Extraportion Entspannung und einem herrlichen Wohlgefühl. Diese angenehme Behandlung trägt im Idealfall auch dazu bei, dass folgende Beschwerden, Erkrankungen oder Probleme gelindert werden:
Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen
Rückenschmerzen
Kopfschmerzen und Migräne
Chronische Schmerzen
Rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Gicht)
Wirbelsäulenprobleme (Bandscheibenvorfalls, HWS-Syndrom, LWS-Syndrom)
Arthrose
Verletzungen
Stress
Stresssymptome (wie innerer Unruhe, Energiemangel, Schlafprobleme, Angst)
Psychosomatische Störungen (wie Reizdarm, Morbus Crohn, Reizblase, Bluthochdruck, Asthma, Herzstolpern)
Fibromyalgie
Zur Rehabilitation nach Operationen
Zur Vorbeugung von Beschwerden am Bewegungsapparat bei Sportler:innen
Ablauf der klassischen Massage am Beispiel Rücken
Die Massage findet in einem angenehm warmen Raum auf einer Massageliege statt. Dein Oberkörper ist dabei unbekleidet. Zunächst verteilt der Masseur oder die Masseurin ein Massageöl auf Deinem Rücken, damit die Hände leichter über Deinen Körper gleiten können. Der weitere Ablauf gestaltet sich so, dass die verschiedenen Techniken der klassischen Massage im Wechsel zur Anwendung kommen. Sie werden mit der flachen Hand ausgeführt. Bei der klassischen Massage handelt es sich um vier verschiedene Handgriffe, die beispielsweise am Rücken oder aber auch am ganzen Körper eingesetzt werden, um etwa Verspannungen zu lösen.

Im Zentrum der Behandlung stehen die folgenden vier Techniken:
Streichen (Effleurage): Das Streichen über den Körper dient dazu, verhärtete Muskeln oder verklebte Faszien aufzuspüren und durch sanften Druck der Hände zu lösen.
Kneten (Petrissage): Beim Kneten schiebt der Masseur oder die Masseurin die Muskeln gegeneinander in Verlaufsrichtung der Muskulatur. Auf diese Art nimmt die Durchblutung zu und Verspannungen im Körper können aufgelöst werden.
Reibung (Friktion): Dabei werden kreisende Bewegungen mit Daumen und Fingerspitzen vorgenommen, sodass tiefere Muskelschichten erreicht werden. Mit der Reibung können besonders gut tastbare Knoten in der Muskulatur Deines Rückens aufgeweicht werden.
Klopfen, Klatschen (Tapotement): Hier schlägt und klopft der Masseur oder die Masseurin ganz leicht mit der flachen Hand auf die betroffene Stelle am Rücken (oder Körper), um die Durchblutung der Tiefenmuskulatur anzuregen und das Nervensystem zu stimulieren.
Hat die klassische Massage Nebenwirkungen?
In der Regel hinterlässt eine klassische Rückenmassage keine unangenehmen Nebenwirkungen. Es können Dich nach der Behandlung lediglich ein Schweregefühl, Müdigkeit, leichte Muskelschmerzen oder ein geringfügiges Ziehen im Bereich des Rückens begleiten. Doch nach 24 bis 48 Stunden sollten diese leichten Nebenwirkungen abgeklungen sein.
Kontraindikationen: Keine Massage bei diesen Leiden
Auch wenn Dir eine Massage des empfindlichen Rückens in den meisten Fällen guttun wird – es gibt Situationen oder Erkrankungen, die gegen einen therapeutischen Einsatz sprechen (Kontraindikationen):
Akute Entzündungen
Akute Infektionen (mit hohem Fieber)
Offene Wunden wie bei Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis) oder bei Verletzungen
Starke Verletzungen (z. B. am Knochen oder an den Muskeln)
Erhöhte Blutungsneigung
Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. bestimmte Erkrankungen der Gefäße)
Krebserkrankungen
Muskelerkrankungen
Bestimmte Erkrankungen der Nerven
Tipp: Besprich eine Anwendung der klassischen Massage vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin, wenn Du gesundheitliche Probleme hast und Du Dir unsicher bist, ob Du sie durchführen lassen solltest. Fallen Deine Beschwerden in den Bereich Kontraindikationen, dann verzichte besser auf eine Behandlung.
Klassische Massage: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Sofern Du mit einem Rezept in der Hand eine medizinische Diagnose vorweisen kannst, werden die Kosten für eine klassische Rückenmassage in einer physiotherapeutischen Einrichtung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Je nach Krankenkasse kann es aber durchaus sein, dass für Dich ein kleiner Betrag als Eigenanteil anfällt.
Klassische Massage: Dauer
Eine klassische Massage dauert in einer physiotherapeutischen Praxis in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten. Diese Zeit genügt, um das Muskelgewebe, die Lymphe, Organe und somit den gesamten Organismus zu stimulieren.
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